22.12.2013

Der C&K Fachpresse-Blog

Hier schreiben wir regelmäßig über Fachpresse und Fachzeitschriften; über aktuelle Entwicklungen, interessante Beobachtungen und eigene Erfahrungen. Kritisch und völlig subjektiv, aber immer mit viel Sympathie. Denn obwohl wir uns selbst für die Möglichkeiten des Web 2.0 begeistern und diese (wie hier) gerne nutzen: Nur eine unabhängige, starke und hochwertige Fachpresse kann verhindern, dass immer mehr Leute etwas meinen, aber immer weniger wirklich etwas wissen.

05.07.2014

Seltsame Wertversprechen

„Der Markt für kostenlose Seniorenmagazine boomt. Warum traut sich kaum ein Verlag, dafür Geld zu verlangen?“, fragt jetzt die Süddeutsche Zeitung. Tja, dieser Trend ist mit Blick auf die Fachzeitschriften gar nicht so neu. „Im Zeitraum von elf Jahren sank … der Anteil der verkauften Auflage an diesen Exemplaren [der Jahres-Gesamtauflage – d. Red.] von 58 Prozent auf nunmehr 45 Prozent ab“, schreibt das Wissenschaftliche Institut für Presseforschung und Medienberatung unter Berufung auf Zahlen des Interessenverbandes Deutsche Fachpresse. Deutlich mehr als jedes zweite Fachpresse-Exemplar wird also kostenlos unters Fachpublikum gebracht. Für die Leser klingt das zunächst nach paradiesischen Zuständen. Manche Journalisten finden das allerdings eher nicht so lustig. Den ganzen Artikel lesen …

30.06.2014

Lästige Schmarotzer

„Wir können Sie nicht auch noch mit durchschleppen!“ Wenn der Geschäftsführer eines führenden Unternehmens der Druckindustrie so gegenüber einer renommierten Fachzeitschrift auftritt, dann scheint etwas aus dem Ruder zu laufen. Aber vielleicht ist es ja einfach so: Die Krise bringt manchmal den wahren Charakter ans Tageslicht. Den ganzen Artikel lesen …

19.06.2014

Ausgezeichnet?

Eine ausgezeichnete Fachzeitschrift bietet ausgezeichneten Journalismus? Oder ist es vielleicht umgekehrt: Ausgezeichneter Fachjournalismus führt zu einer ausgezeichneten Fachzeitschrift? Irgendeinen Zusammenhang denkt man sich jedenfalls landläufig zwischen beiden Dingen. Auf kuriose Ergebnisse stößt man dann allerdings, wenn man sich die Awards Fachmedien des Jahres und Fachjournalisten des Jahres einmal über einen längeren Zeitraum hinweg anschaut. Den ganzen Artikel lesen …

10.06.2014

Sex statt Treppenlift

Es gibt sie noch, die zündenden Ideen für neue Fachzeitschriften. Und hin und wieder entdecken sogar wir noch Lücken im ansonsten unübersichtlichen Blätterwald. Wie wäre es zum Beispiel mit … Aber halt, bevor wir ins Detail gehen, müssen wir etwas weiter ausholen. Wie heißt gleich noch mal die auflagenstärkste Zeitschrift der USA? Reader’s Digest? Hm, nicht schlecht. Doch leider nicht richtig. Schafft durchschnittlich „nur“ schlappe 7,6 Millionen Exemplare pro Ausgabe. Aber das AARP Magazine hat eine Auflage von 24 Millionen Exemplaren und ist nach eigenen Angaben „the world’s largest-circulation magazine“ mit mehr als 47 Millionen Empfängern. Dass daraus nun tatsächlich auch Leser wurden, hat etwas mit einem Relaunch zu tun.

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02.06.2014

Ein Award für jeden sechsten Titel

Durchaus löblich ist das Engagement des Verbandes „Deutsche Fachpresse“, die Fachmedien des Jahres zu küren. Ein bisschen erstaunlich ist dann nur die Resonanz: Gut und gerne 6.000 Fachzeitschriften gibt es in Deutschland. Von denen glauben nur ganze 80 Titel, dass sie prämierungswürdig sind. Jedenfalls haben sich nur so viele beworben um diesen Branchenaward. Das sind noch nicht einmal anderthalb Prozent. Dabei waren die Gewinnchancen exorbitant hoch: Es wurde nicht etwa ein einziger Preis vergeben, sondern 14 Preise in 12 Kategorien. Also jeder sechste teilnehmende Titel erhielt den Award „Fachmedium des Jahres“. Den ganzen Artikel lesen …

01.06.2014

Was Studien so ergeben

Fast neun von zehn „Professionellen Entscheidern“ nutzen Fachzeitschriften. Das ist doch einmal eine starke Aussage, die die Bedeutung dieser Mediengattung untermauert, denkt man sich. Und es kommt scheinbar sogar noch besser: „Die Print-Online-Kombination von Fachmedien erreicht eine außerordentlich hohe Nutzung von 91 Prozent.“ Auf den zweiten Blick werden die Ergebnisse dieser Studie, die die „Deutsche Fachpresse“ unter dem Titel B2B-Entscheideranalyse veröffentlicht hat, allerdings deutlich zweideutiger.  Den ganzen Artikel lesen …

17.05.2014

Wir sind so frei

Angst um die Vielfalt der deutschen Fachzeitschriften braucht derzeit niemand zu haben – schrieben wir schon vor ein paar Tagen. Das wird grundsätzlich jetzt auch bestätigt durch die ganz aktuellen Zahlen der Deutschen Fachpresse, der Interessenvertretung der deutschen Fachverlage, für das abgelaufene Jahr. Natürlich gingen die Erlöse aus dem klassischen Zeitschriftengeschäft erwartungsgemäß zurück – um 10,9 %. Das ist gewiss schmerzlich. Aber angesichts der harten Budgetkürzungen in vielen Unternehmen nimmt sich dieser Rückgang noch als relativ bescheiden aus. Wenn man die Entwicklung der Fachverlage betrachtet, sieht das Bild noch besser aus: Dann gibt es nur einen Rückgang um 4,2 Prozent, da z. B. die Erlöse durch digitale Medien deutlich gestiegen sind. Bei genauer Betrachtung sind den Zahlen allerdings deutliche Warnhinweise zu entnehmen. Den ganzen Artikel lesen …

05.05.2014

Titelseitig abwegig

Warum haben viele Fachzeitschriften eigentlich so schlechte Titelseiten? Ein flüchtiger Leser könnte oftmals den Eindruck bekommen, hier handelt es sich gar nicht um ein journalistisches Produkt, sondern um einen Katalog. Klar, oftmals müssen sich Fachzeitschriften nicht am Kiosk verkaufen. Sie müssen dort nicht schreien: „Kauf mich!“ Und immer mehr Fachzeitschriften gehen dazu über, ihre Titelseiten zu verkaufen.

Aber was denken sich viele Redaktionen, Marketingabteilungen und, jawohl, auch Agenturen dabei, ihre neuesten Produkte so schlecht darzustellen: manchmal völlig freigestellt, zumindest bar jeder realitätsnahen Umgebung, zum Teil ergänzt durch völlig deplatziert wirkende Personen, die mit einem der Welt entrückten Blick uns weismachen wollen, beim Bedienen dieses Produktes einen Orgasmus-ähnlichen Zustand zu erleben? Den ganzen Artikel lesen …

29.04.2014

Kahlschlag im Blätterwald?

Haben Fachzeitschriften eigentlich noch eine Chance? Diese jetzt immer öfter gestellte und schon von starken Zweifeln geprägte Frage impliziert im Grunde schon die Antwort. Doch die nüchternen Zahlen der Werbeausgaben belegen etwas ganz anderes, wie die Zeitschrift Druckmarkt zusammengetragen hat: Der gesamte deutsche Werbemarkt schrumpft seit 2000 mehr oder weniger kontinuierlich. Doch ausgerechnet das Segment der Fachzeitschriften legt seit 2003 zu, zwar nur leicht, aber jedes Jahr stetig. 2003 bekamen Fachzeitschriften vom Werbekuchen 0,88 Mrd. Euro ab. 2008 (neuere Zahlen gibt es nicht) waren es immerhin 1,03 Mrd. Euro – eine Steigerung um 17 Prozent. Inflationsbereinigt mag sich der Wert vielleicht nicht ganz so imposant ausnehmen. Aber: Von Untergang kann im Moment nun wirklich nicht die Rede sein. Den ganzen Artikel lesen …

26.04.2014

Alles aus oder wie?

Zwei erschütternde Nachrichten erreichten uns an diesem Montagmorgen: Der bekannte britische Kosmologe Stephen Hawking warnt vor einer anderen Zivilisation im All und infolgedessen vor einer feindlichen Übernahme der Erde. Kurzfristig noch viel schlimmer: Horst Wagner, Chef Agenturgruppe Pixelpark, behauptet: „In fünf Jahren gibt es keine Agenturen mehr.“ Zumindest lautet so die Headline in der Fachzeitschrift One-to-One (Untertitel: „Dialog über alle Medien“). Lassen wir Hawking mal Hawking sein, er ist immer schwere Kost, erst recht an Montagen. Aber das mit den Agenturen beschäftigt uns, schon aus eigenem Interesse. Den ganzen Artikel lesen …

21.04.2014

Der mit dem Duden redigiert

Der Duden war früher das Maß aller Dinge, wenn es um Rechtschreibung ging. Nach der (gefühlten) 18. Reform hat sich das zwar etwas aufgeweicht. Aber es gibt dennoch immer wieder Situationen, bei denen so manche Fachredaktion (und seien wir ehrlich: auch so manche Agentur und Marketingabteilung) gerne auf die Unfehlbarkeit dieser vermeintlich höchsten Rechtschreibinstanz verweist. Manchmal ist das ungewollt komisch. Etwa wenn es um die korrekte Schreibung von Markennamen geht. Den ganzen Artikel lesen …

06.04.2014

Gut Holz!

Das Magazin Holz ist eine unscheinbare Fachzeitschrift, die über „Technik und Service für Holzbetriebe“ berichtet. Über den vermutlich engen Kreis der fachlich interessierten Leser hinaus wirklich bemerkenswert sind hier die Editorials von Chefredakteur Manfred Kittel. Er nimmt dort kein Blatt vor den Mund, wenn es um das Verhältnis von Fachpresse zu Agenturen und Unternehmen geht. In der aktuellen Ausgabe knöpft er sich das Thema Pressekonferenzen vor. Diese würden inzwischen für jeden Pipifax veranstaltet. Von meist extrem dünn besetzten Fachredaktionen werde immer noch wie selbstverständlich erwartet, quer durch ganz Deutschland zu reisen, obwohl der Mehrwert vor Ort äußerst gering ist: „Was bekommt die entsprechende Zeitschrift als Gegenleistung? Wertvolle Informationen? Ein Exklusivinterview?“ Meist nichts dergleichen. Oftmals fehle sogar jeglicher Nachrichtenwert. Oder es gebe schlicht keinen Grund, physisch vor Ort zu sein.  Den ganzen Artikel lesen …

28.03.2014

Motorladungsträgermanagementsystem

Überschriften sind eigentlich eine klare Sache: Sowohl Redakteure als auch die Verantwortlichen in den PR-Abteilungen als auch die entsprechenden Agenturen wissen, dass man damit Leser „fangen“ kann. Zumindest in der Theorie. In der Praxis glaubt man aber vielfach nicht daran. Wie wären sonst die allgegenwärtigen, aber furchtbar nichtssagenden Überschriften zu erklären wie „Am Puls der Zeit bleiben“ oder „Neue Maßstäbe gesetzt“ oder „Erfolg mit System“ oder „Die neue Dimension des …“ oder „Alles aus einer Hand“? Aber Leser schnell zum Weiterblättern animieren geht – rein überschriftenmäßig gesehen – auch noch anders: Die Fachzeitschrift „RFID im Blick“ überschrieb eine aktuelle Titelstory (!) allen Ernstes mit RFID-gestütztes Motorladungsträgermanagement. Das wäre ja noch in Ordnung, wenn es denn die Dachzeile oder die Unter-Überschrift gewesen wäre. Aber so? Geht es vielleicht noch weniger spannend und noch sperriger? Jawohl, es geht, allerdings erst im Vorspann. Dort wurde dann verraten, dass es sich nicht nur um ein „RFID-Motorladungsträgermanagement“ handelt, sondern sogar um ein „RFID-gestütztes Motorladungsträgermanagementsystem“. Aber das hätte vermutlich nun wirklich nicht mehr in die Überschrift gepasst.

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25.03.2014

Zahlreich, aber wertlos

Sie schießen wie Pilze aus dem Boden und kommen mit pompösen Namen daher wie European Management + Business News, EuroMarkt , Wirtschaftsforum , European Business Journal , Regionaleuropäischer Wirtschaftsspiegel , Economy Tribune, Industry & European Market, Internationale Wirtschaftsnachrichten und, und, und. Ihre Gestaltung ist mitunter sehr professionell. Aber im Grunde geht es um eines: Unternehmen Geld aus der Tasche zu ziehen für eine völlig überflüssige Leistung.
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10.01.2014

Bauer sucht Pool

Angeblich soll man ja nur den Statistiken trauen, die man selbst gefälscht hat. Aber manchmal findet man auch fremde Statistiken, die sind so kurios, dass man kaum an eine Fälschung (von wem auch immer) glauben mag. So zum Beispiel Die Top 20 der Fachmedienangebote im Internet für den Monat Dezember, ermittelt von der IVW. Auf Platz 1 liegt – noch wenig überraschend – der Heise Verlag, der allerdings mit IT-Publikationen wie dem „c’t magazin“ ja auch eine überaus internetaffine Leserschaft hat. Was folgt jedoch auf Platz 2 mit immerhin zwei Millionen Visits (und damit doppelt so vielen Visits wie der Drittplatzierte)? Man reibt sich verwundert die Augen. Den ganzen Artikel lesen …